11 Fragen an den Musikjournalismus

Die Musikpresse kommt mir manchmal vor wie GALA oder BUNTE mit Musikschwerpunkt. Und weil ich keine Lust mehr habe, mich selber zu fragen, woran das liegt, frage ich jetzt einfach die Musikpresse selber.

  1. Ist mystifizierende Heldenverehrung nötig? #Geniekult
  2. Warum müssen Anti-Helden so schlimm geprügelt werden? (z.B. Modern Talking…)
  3. Sind typische musikjournalistische Stil-Schrullen zwingend? („Die Herren Gallagher…“)
  4. Gehört die mystifizierend-bewundernde Verharmlosung von Drogenkonsum bei der Musikproduktion zwingend dazu?
  5. Ist das Ausschlachten trauriger und normaler Todesfälle wirklich nötig? (Chris Cornell kenne ich erst seit seinem traurigen Tod)
  6. Ist Ehegatten-Bashing überhaupt noch Musikjournalismus (Yoko Ono, Courtney Love, Linda McCartney…)
  7. Wozu brauche ich die 10 besten Songs von Prince und die 1000 besten David Bowie Videos?
  8. Kann man Musikkritik an Maßstäben ausrichten, die nicht subjektiv bewerten, sondern intersubjektiv beschreiben? Meinung ja. Verriss nein.
  9. Wie soll man mit den Meinungen von Musikern umgehen? (Xavier Naidoo…)
  10. Ist Musikpresse soetwas wie der Kicker für Musikfans? Also für Fans?
  11. Wenn Musikerinnen sich ausziehen, muss ich dann in der Musikpresse darüber informiert werden?

Welchen Anspruch hat der Musikjournalismus? Dass man als Musikjournalist eine Meinung hat ist klar. Aber mit welchem journalistischen Ethos mache ich mich an meine Texte?

Vor über einem Jahr wurde von Zündfunk ein Artikel mit dem Titel Musikjournalismus 2016 veröffentlich. Er enthalt 13 Fragen an den Musikjournalismus. Diese waren Auslöser dieses Textes.

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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2 Antworten zu 11 Fragen an den Musikjournalismus

  1. kat+susann schreibt:

    Ich bin gespannt ob es Antworten gibt. Musikjournalismus ohne diesen geradezu obszönen anmutenden Voyeurismus …gibt das ? Weil es das ist was Zahlen und Geld bringt.. all die kleinen Details die der Welt sagen.. ach ja.. auch „nur“ ein Mensch.. Immer mehr, detaillierter… mikroskopisch zerlegt.. zersägt, neu zusammengesetzt.. was bedeutet heute schon jemandem eine sog. Musiklegende…
    Musikstar für einen Tag on YouTube.. und jeder kann alles sein, alles ist möglich, wenn du es nur willst und dich traust es zu probieren. e gibt für ALLEs einen Markt.. sogar für Einhornpuuh 🙂 Meine Frage :, für wen wird eigentlich noch recherchiert ? Was wollen wir wissen? Was ist wirklich wichtig ? Hat in dieser Hinsicht Journalismus auch eine Verantwortung, oder ist er auch nur Erfüllungsgehilfe des Konsumterrors ? Müssen alle „Legenden“ zersägt werden ?
    Ich für meinen Teil setze jetzt einfach meine John Lennon Sonnenbrille auf und singe leise vor mich hin .. “ mother Mary comes to me… speaking words oh wisdom.. let it be…“ Kritisch bleiben, Informationen hinterfragen, und auch fragen wer hat da recherchiert.. warum. was will er/sie eigentlich ..tja.. und das kostet Zeit.. wer hat die schon.. heute..?

    Nachdenkliche Grüße von
    S.

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