ACH in Weimar – Tag 2: Sozial erfreulich, ästhetisch vielschichtig und ekstatisch

Es ist halb eins. Wir sind zurück von unserer Abendvergnügung. Und wir versuchen jetzt mal den heutigen Tag zu rekonstruieren. Ennis, Anfred und Ichael diskutieren über die deutsche Sprache. Versteht man Schweizerdeutsch? Ist Dänisch deutsch?
Es war so:

AUFSTEHEN
Anfred: Ich bin aufgewacht.
Laus: Dann ich.
Ens: Dann ich.
Ennis: Dann ich.
Ichael: Ihr habt mir beim Frühstück keinen Weißmehlwecken übrig gelassen.
Anfred: Tja. Wer zu spät kommt und so.
Anfred: Es waren ja noch andere Sachen da, Knäckebrot, Toast…
Ichael: Toast habe ich ganz vergessen…
Ennis: Das wird dir nicht mehr passieren!

STADTFÜHRUNG
Anfred: Frau Eckhardt, unsere Stadtführerin…
Ichael: … hat sehr schön gesprochen…
Anfred: … und vom Idiom her an die Frau erinnert, die mit Laus Schulbuch macht…
Ichael: Und das Kind von den Gymnasiallehrer-Eltern war so schlau…
Laus: Ich habe gelernt, dass ein 200 Jahre alter Gingko Baum …
Ennis: Mir ist aufgefallen, dass es ein Gingko-Museum gibt.
Anfred: Hitler ist 40 mal im Hotel Elefant abgestiegen.
Ichael: Kommt nach dem Lutherjahr eigentlich das Hitlerjahr?
Ennis: Das Rathaus ist so runtergekommen, dass der Bürgermeister nicht mehr darin residiert.
Anfred: Die Kurfürsten von Sachsen waren die Vorgänger der Herzöge von Weimar. Dieser Johann Friederich, war also der Neffe von Friedrich dem Weisen…
Ichael: Der tote Schiller, war gar nicht der richtige Schiller. Das war ein anderer.
Anfred: Oh ja, Schillers Schädel.
Ennis: Und der spanische Investor …
Anfred: Und Goethe und Charlotte Stein. Haben sie oder haben sie nicht. Und die Räte hatten einen Tunnel, um ungesehen zum Saufen zu gehen.

BUCHHANDLUNG, OSTSHOP, MEiSSNER
Laus: Im Ostshop gab es Held-der-Arbeit-Bademittel.
Ichael: Ennis hat mich fast dazu gezwungen die Kaffeetasse zu kaufen im Meissen-Shop.
Ens: Ich habe zwei Bücher gekauft. Über Hygge und Freiheit.
Anfred: Das Mangamalbuch „Mädchen in coolen Posen“ war sehr interessant.

MITTAGESSEN
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Ens: Wir waren im „Zum Goethebrunnen“. Gegenüber vom Goethehaus. Ich habe „Himmel und Erde“ gegessen. Das ist Blutwurst mit Kartoffelstampf und Apfelmuß. Es war toll.
Ichael: Ich habe das gegessen, was Laus gegessen hat.
Laus: Das war Rostbrätle.
Ennis: Kassler. Ich hatte Kassler mit Spiegelei und Bratkartoffel.
Anfred: Ich hatte Rollmops. Das war interessant, weil…
Ichael: Die Bedienung sah voll fertig aus. Die war so fertig. Die war voll durch. Jeden Abend die versoffenen Typen…
Ennis: Die Rentner, die da drin saßen, haben uns dauernd angeguckt. Die fanden das kurzweilig uns zu beobachten.
Ichael: Die Leute von drüben.
Ichael: Das war gut-bürgerlich. So pfullendorfmäßig. Wobei gut-bürgerlich heute ja nur noch heißt, so eine Sauferkneipe. Am Ende haben wir aus den großen Kassenzetteln Papierflugzeuge gemacht und draußen fliegen lassen. Ich hab gewonnen.
Ennis: Ich hab gewonnen.
Ichael: Aber erst beim zweiten Mal.

GOETHEHAUS
Ichael: War zu teuer.
Ennis: Zwölf Euro ist eine Ansage.
Ens: Wir sind nicht rein.

SCHLOSSMUSEUM
Ennis: Die Bilder haben sich gelohnt. Die waren sehr schön. Und die Angestellten waren zuerst sehr nett, dann aber doch nicht.
Ichael: Systemtypisch.
Ichael: Das Jesus Bild. Jesus sah aus wie ich bei Cranach.
Ennis: Max Liebermann. Ein Bildnis seiner Frau. Weil … schwer zu sagen… hat mir einfach gefallen…
Anfred: Ich mag Rennaisance-Bilder. Ich habe nämlich das GEO-Epoche darüber gelesen.

GIAN FRANCO (Eiscafe)
Ens: Ich habe den Weimar-Becher gegessen. Der heißt sonst auf der Welt Coupe Denmark.
Ennis: Da war dieser Engel mit dem Pfeil. Avengers-Pfeil trifft auf den Barockengel.
Ens: Vom Gian Franco aus kann man das Schillerhaus sehen.
Ichael: Gian Franco Brantacelli.
Ens: Was?
Ichael: Gian Franco Brantacelli.
Laus: Ist ein Rennfahrer.
Ens: Aha.
Laus: Richtige Männer kennen den.
Ens: Gut, dass wir richtige Männer sind.

JUHE
Ichael: Wir lagen rum. Pause. Ennis hat exzerpiert. Laus hat über Essen gewhatsappt. Anfred hat geschalfen.
Ens: Wir haben dokumentiert und geschlafen. Ist ja auch anstrengend. Kultur und alles.

DIVAN
Ens: Wir waren beim Abendessen im Divan. Eigentlich wollten wir zum Thai-Chinesen. Den fanden aber alle zu ekelig. Da haben wir gedacht: Persisch.
Laus: Es war lecker und unkoordiniert. Der Kellner war neu.
Ichael: Laus hat AfD-Thesen vertreten.
Ens: Das war Mäeutik.
Ichael: Wegen sich dialektisch hochstacheln. Und Ennis hat den falschen Salat bekommen. Der Kellner war erst seit zwei Tagen im Dienst.
Ens: Wir haben diskutiert…
Laus: Mit dem Ergebnis, dass wir das Wirtschaftssystem ändern müssen, wenn wir die AfD besiegen wollen.
Ens: Ich habe gesagt, dass wir nur noch Demokratie simulieren, dass wir einsehen müssen, dass wir es Afrika versaut haben und dass … ich weiß nicht mehr. Jedenfalls finde ich, dass wir unsere Erkenntnisse in ein Strategiepapier für Martin Schulz umsetzen sollten.
Ichael: Angie ist super. Die macht das. Auch das mit den Flüchtlingen.

KASSENTURM
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Ens: Wir waren noch bei einem Konzert im Keller vom Kassenturm. Rockmusik. Gespielt von drei jungen Menschen. Gitarre, Gitarre, Schlagzeug. Kein Bass. Die Band hieß Vince Vega. Ichael und Ennis haben gedanct.
Laus: Es war super.
Ichael: Die haben gerockt. Aber sie hatten keinen Bass.
Laus: Wenn Trump bei uns Präsident wäre, dann gäbe es keine mehr Bands ohne Bass.
Ichael: Die Tänzer: Ekstatisch und alle über Sechzig.
Anfred: Ennis und du habt euch perfekt integriert bei den anderen Senioren.

TAGESFAZIT
Ens: Wir haben wundervoll diskutiert. Über Mauerschützen, Kunst, AfD, Afrika und die Rettung der Demokratie. Ich brauche das. Es war total hygge.
Laus: Kulturell wertvoll, sozial erfreulich und kommunikativ erfüllend, aber auch akustisch vielschichtig.
Ichael: Ist das dein Schulprofil, oder was?
Laus: Nein. Mein Tagesfazit.
Ichael: Wir haben die Weimarer von ihrer besten Seite kennengelernt.
Anfred: Grün ist die Heide, grau ist der Osten. Es war eine große Freide, da drüben steht der Posten.
Ennis: Scharch, schnarch, schnarch.

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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