Stuttgart, erster Tag: Kommunisten und Nightclubbing

In Stuttgart gibt es noch Kommunisten. Echt jetzt. Wir haben sie gesehen. Sie demonstrieren gegen den neuen Bahnhof. Mitten auf dem Schlossplatz. Sie nennen es Montagsdemonstration und rufen solche Sachen wie „Weg mit HartzIV“ und „Hoch lebe die internationale Solidarität“. Toll. Wahrscheinlich stehen sie unter Naturschutz. Oder Denkmalschutz. Laus jedenfalls findet, dass man daran sieht, dass in Baden-Württemberg die Demokratie lebt. Man muss aber der Fairness halber sagen, dass die Demonstranten alle weit jenseits des Rentenalters waren. Weit.

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Wir wohnen im Alex 30. Einem Hostel, in dem man umsonst einen Begrüßungsdrink für einen Euro kriegt. Toll. In der Rezeption hören nette junge Menschen alten Soul. Auch schön.
Auf der Suche nach aufregenden Ecken kommen wir nicht weiter. Irgendwie kennt man ja alles. Und das, was man nicht kennt, will man auch gar nicht kennen.
Darum gehen wir erstmal in die Hausbrauerei „Sophies“ oder so. Da ist die Decke bunt beleuchtet. Das ist doch schon mal was.
WP_001296Wir passieren das Integrationsministerium, das offenbar einfach heimlich weiter macht, obwohl es doch aufgelöst wurde. Ob der Strobl Thomas das weiß?
Im Paulaner sprechen wir die aktuellen pädagogischen Strömungen durch und kommen zu dem differenzierten Urteil: Irgendwie ist alles so, so, so … aber man kann ja auch nicht immer alles Neue gut finden. Man muss auch  mal nein sagen können.
Und da ist es auch schon Nacht. Auf dem Heimweg nochmal festgestellt: Stuttgart ist auch beim Mulit-Kulti-Kulinarischen vorn dabei. Döner.
Dank Handy-Navi finden wir zurück ins Alex 30. In der Hausbar stellen wir fest: Roxette hatte echt super Lieder. „Joyride“ zum Beispiel. Aber auch „How do you do“. Und Laus hat jetzt einen Hipster-Bart. Für Bud-Spencer reicht es nicht. Ichael findet, es sei ein Conchita-Wurst-Bart. Ich jedenfalls frage mich, ob ich dem ACH-Mann jetzt einen Bart malen muss.
Außerdem stellen wir fest, dass der Distelmeyer in Österreich auf Tour ist. Der weiß halt, wo man hin muss. Und wir: Stuttgart.

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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