25 A von der Rock’n Roll-Muslima

Entscheidend ist, was hinten raus kommt!“ von Helmut Kohl war bisher mein Lieblings-Politiker-Zitat. Es beweist die bodenständige Weisheit des Rekordkanzlers. Der Einheitskanzler hatte seine besten Ideen auf dem Klo.
Aber seit Kurzem ist „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa“ mein Politiker-Lieblingszitat. Fünfundzwanzig mal A. Hört sich nach Zahnarzt an, stammt aber aus einem Tweet der schwäbischen Integrations-Nofretete Bilkay Öney. Was Öney so aus der Fassung gebracht hat, ist nicht das politische Tagesgeschehen. Obwohl es dazu Anlass gäbe. Nein. Es ist die Nachricht, dass der britische Schauspieler Michael Fassbender Macbeth spielen wird.
Aaaaa
Ich folge Bilkay Öney auf Twitter und Facebook, weil ich mich gefragt habe, was bei der Arbeit des Integrationsministeriums eigentlich hinten raus kommt. Denn Öneys Ministerium hat eigentlich keine Kompetenzen, die ein anderes Ministerium nicht auch hätte. Also wozu das Ganze? Und in den Nachrichten kommt Öney auch fast nie.
Aber auf Twitter lernte ich, dass sie pausenlos im Namen der Integration unterwegs ist.
Beispielsweise so: „In Sinsheim sowie in Neckargemünd konnte ich mir mit Thomas Funk MdL ein Bild über die Öney KerwebaumFlüchtlingsunterbringung machen. Mit ihm und Charlotte Schneidewind-Hartnagel MdL besuchte ich den Bammentaler Bürgermeister Holger Karl und war bei der Aufstellung des Kerwebaums anwesend.“ Sinsheim, Neckargemünd und Bammental. Man hätte dabei sein wollen. Das ist Volksnähe. Zu diesen informativen Texten postet sie dann immer Bilder, auf denen große Gesprächsrunden zu sehen sind. Oder ein Kerwebaum. Oder exotische Menschen in noch exotischeren Trachten. Sie selber ist auf diesen Fotos auch zu sehen. Immer mit ihrem unergründlichen Tiefer-Staat-Lächeln. Eine SPD-Integrations-Sphinx in Gestalt von Samantha Jones aus „Sex and the City“. Ihr Ministerium liegt ja auch direkt an der Königstraße. Da kann sie dann Schuhe kaufen nach Feierabend. Mit ihren Freundinnen. Und dann schwärmen sie gemeinsam von Michael Fassbender. Das hat Glamour. Schade, dass das alles weitgehend im Verborgenen passiert. Ich könnte mir gut eine Reality-Show  vorstellen: „Bilkay – Integration in Benz-Town“, oder so. Das wäre bestimmt ein Quotenhit. Wer will noch Heidi Klum sehen, wenn er Bilkay Öney sehen kann?
Denn seit „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa“ habe ich Bilkay Öney richtig gern. Voll sympathisch, die Frau. Manchmal ist eben auch entscheidend, was vorne raus kommt. Da lässt die Polit-Sphinx ihre Maske fallen und wird einen Tweet lang zum Menschen. Ein Mensch, der auf die übliche, nichtssagende Politiker-Null-Phrase pfeift und eine authentische Gefühlsregung zeigt. Da war sie die Rock ’n’ Roll-Muslima, als die sie sich selber gerne sieht. Stark. Und jetzt weiß ich auch, welche Kompetenz das Integrationsministerium hat, die andere Ministerien nicht haben: Die Galmour-Kompetenz. Auch wenn dieser Diamant meist im Verborgenen funkelt. Beispielsweise im Bammental unterm Kerwebaum. Wer aus der Regierung hätte das sonst zu bieten? Der schwäbelnde Ministerpräsident? Der kleine Nils Schmid? Andreas Stoch-er? Nein! Nur Bilkay Öney. Das ist es, was hinten raus kommt.
Link zum Integrationsministerium
Bilkay Öney auf Wikipedia
BÖ in Respekt

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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