Die Geschichte zum Lied: Femme Fatale (1999/2000)

In Wien haben sich ACH über die Entstehung des Liedes „Femme Fatale“ unterhalten. Denn über sehr, sehr gute Lieder unterhält man sich natürlich gerne, vor allem, wenn man sie selber gemacht hat. Und gerade dieses Lied hat eine hochinteressante Geschichte, das steht fest.
Es ist in zwei Phasen entstanden.

PHASE I:
Laus: Wir wollten ein Heavy Metal Lied schreiben. Ganz einfach.
Ennis: Genau. Hört man ja auch noch. Ein bisschen wenigstens.
Laus: Ende 1999 war das. Im Referendariat.
Ennis: Ich habe in einem Kindergarten gewohnt. Ich war im Referendariat. Es war die Hölle.
Laus: Ich bin zu Ennis, damit wir ein Lied schreiben können. Wir wollten ja dann aufnehmen in Weingarten.
Ennis: Die Idee zur Melodie und das Gitarrenriff hatte ich. Und den Text haben wir zusammen gemacht. Wir konnten damals beide nicht so richtig Französisch.
Laus: Der Text ist ziemlicher Nonsens. Brun heißt nicht Braun.
Ennis: Das ging eine halbe Stunde. Dann waren wir fertig.
Laus: Der Text musste französisch sein.
Ennis: Laus hattte gerade seine künftige Frau kennen gelernt. Die ist Französin. Darum.
Laus: Genau.
Ennis: Der Text steckt voller, sagen wir mal, Anspielungen. Aber ich sag nicht welche.
Laus: Schweinereien.
Ennis: Na ja. Schon. Aber man kapiert sie nicht, weil das Französisch so schlecht ist. Jedenfalls haben wir das Lied dann ein paar Mal auf Cassette aufgenommen. Und ich glaube, ich habe es Ens am Telefon vorgesungen, damit er weiß, um was es geht, wenn wir aufnehmen.

Hier eine der drei Demoversionen aus der Kindergartenwohnung:

PHASE II:
Ens: Genau. Ich habe das Lied am Telefon gehört. Mit dem Text konnte ich nichts anfangen. Ich war verwirrt, wegen des französischen Textes. Aber die Melodie war super. Und ich war ziemlich, ziemlich neidisch, dass mir sowas Schönes nicht eingefallen war. Darum habe ich mir vorgenommen, das Lied auf jeden Fall mitzuprägen.
Laus: Als das Lied im Dezember 1999 aufgenommen werden sollte, war ich krank. Ich war nicht dabei.
Ens: Ich hatte beschlossen, dass es so ähnlich sein sollte wie „Probleme“. Mit einem Schuss mehr „Neue Deutsche Welle“.
Ennis: Ich hatte schon seit ein paar Stunden mit Arkus am Computer an einem Schlagzeug gebastelt. Ens Zug hatte Verspätung.
Ens: Als ich in Weingarten ankam, hatten die schon eine Schlagzeugspur gebastelt. Total lahm, fand ich. Das hatte überhaupt nichts damit zu tun, was ich mir vorgestellt hatte. Null.
Ennis: Ens kam rein und warf alles über den Haufen, was Arkus und ich uns ausgedacht hatte. Das Lied war plötzlich doppelt so schnell und total synthetisch. Ens und Arkus bastelten ziemlich schnell die Musik zusammen und ich musste es dann singen. Ich kam kaum hinterher.
Ens: Am nächsten Tag spielte ich noch ein vollkommen verpeiltes Gitarrensolo. Und es kotzte mich an, dass meine Stimme bei dem Lied nicht zu hören war. Aber ich hatte schon eine Idee.
Ennis: Ich hatte die Idee, dass Ens und ich am Ende des Liedes die Namen französischer Musiker oder Schauspieler sagen sollten. Machten wir dann ja auch.
Ens: Und weil Laus jetzt gar nichts mehr mit dem Lied zu tun hatte, sang ich ganz sanft und leise über das simulierte französische Gespräch „Laa-Us-Itzigmann“. Das war so cool. Er behauptet, er hört es bis heute nicht.
Laus: Tue ich auch nicht.
Ens: Ist aber echt wahr.

Also: Nochmal „Femme Fatale“  anhören und am Schluss auf „Laus Itzigmann“ achten. Wer der von Ennis erwähnte Serge Ginzberg ist, weiß ich nicht. Rätselhaft.

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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