ACH in Wien, Tag 1 und Tag 2

Sonntag, 15.02.2015
Wien ist eine schöne Großstadt. Es ist die Hauptstadt von Österreich. Österreich ist in der Konkurrenz der Nationen vorn dabei. Das spürt man schon bei der Anreise. Denn während man von Deutschland aus im Euro City anreist, steigt man in der Mozart-Stadt Salzburg (hier essen wir im Burger King) in den Railjet. Da gibt es kostenlosen W-LAN und unglaublich freundliches Personal. Aber vor allem: Dieses hochmodere Schienenfahrzeug braust mit 200 km/h durch die Alpenrepublik und schon nach knapp neun Stunden ist man dann von Stuttgart aus in Wien. Wahnsinn.

ACH sind jetzt also in Wien. Ein ganz neuer Kontext. Drei Tage lang. Im Hostel. Ein netter Rastafari kassiert gleich ab und verteilt Bettwäsche. Wir haben die Zimmernummer 42! In Worten: Zweiundvierzig. Kann das Zufall sein? Wohl kaum. Sollte man drüber nachdenken.

Habe aber keine Zeit dazu, denn dann geht‘s gleich voll rein. Im Elektro Gönner. Das ist eine sympathisch abgeranzte Kneipe in der Mariahilfer Straße. Leider läuft dauernd Death Metall. Das ist, das sei für Uneingeweihte gesagt, eine Musik, die sich anhört, als müsste sich jemand nach massivem Alkoholmissbrauch übergeben, während jemand mit der Faust an die Tür der Klokabine hämmert und jemand daneben mit einer total verstimmten Gitarre herumlärmt. Wir trinken ein Bier das Wiesel oder so heißt und gut schmeckt.

Montag, 16.02.2015
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Und dann Programm. Im Stephansdom gibt es Phonomaten. Da wird man informiert. Highttechmäßig vorn. Brauchen wir aber nicht. Anfred liest aus dem Reiseführer vor.
Dann auf den Turm hoch. Oben alle am Ende. Aber die Aussicht ist schön. Man sieht sogar das Riesenrad. Und auch das gute Wetter sieht man. Sonne, blauer Himmel. Alles da. Und viele Touristen überall.
Dann Hofburg. Auch toll. Die Hofburg halt. Mit dem ganzen Sissi-Quatsch. Im Andenken-Laden kann man auch Maschinenpistolen kaufen. Oder auch nur eine kleine Walter. Wie ist eigentlich die österreichische Waffengesetzgebung? Wir jedenfalls: Beeindruckt. Und da ist ja auch gleich das Parlament um die Ecke.
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Mittagessen gibt es beim Vietnamesen. Die österreichischen Vietnamesen kochen besser als die deutschen. Der österreichisch-vietnamesische Kellner spricht deutsches Vietnamesisch mit österreichischem Dialekt: „Sind si aus Deutsland? Nu in Deutsland die Mensen trinken Sorle.“ Tja, erwischt.
Am Nachmittag ins Parlament. Viel schöner als der Bundestag. Und keine so hysterischen Sicherheitsmaßnamen. Vor allem aber: Überall Statuen von muskulösen nackten griechischen Männern. Überall Penisse. Ich frage mich, ob das eine Wiener Spezialität ist. Weil Freud: Phallussymbole und so. Obwohl, so symbolisch ist das ja gar nicht, es sind ja wirklich Penisse und nicht nur Sachen, die so aussehen. Vielleicht hat deshalb jemand, der vor mir in diesem Zimmer zu Gast war, an mein Bett „Penis“ geschrieben. Die haben das Parlament besichtigt und dann abends im Bett die Tagesereignisse passieren lassen und die deutlichste Erinnerung ans Bettgestänge gekritzelt. Man weiß es nicht. Aber auch: Riesige monolithische Säulen. Phallussymbole? Ansonsten zum politischen System: Wie bei uns.
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Anschließend noch ins Cafehaus Sluka. Torte und Melange.
Zurück im Hostel. Keiner will Falco hören. Ennis will dauernd Ernst Jandl und Georg Kreissler hören. Aber sonst keiner. Worried Man finden sie auch nicht gut.
Abendessen ist arabisch. Dann führen uns die einheimischen Studenten gefühlte Stunden durch die Stadt. Einmal Naschmarkt und zurück. Interessant. Kann man nichts sagen. Nach einer (gefühlten) kompletten Wien Runde landen wir in einem ehemaligen Eiscafe, in dem jetzt die Hipster sitzen und Bier trinken. Machen wir dann auch. Im Klo hängt ein Plakat: Alcohol is like photoshop for real life. So kann man es also auch sehen. Außerdem: Leinwand oder Arsch. Ansonsten: Die Diskussionen über Filme, Musik, Bildungspolitik und das Theodizee-Problem erbringen keine abschließende Lösung. Wir arbeiten morgen weiter dran.

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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Eine Antwort zu ACH in Wien, Tag 1 und Tag 2

  1. annri2014 schreibt:

    Hey Jens, ich warte schon auf die Fortsetzung. Geh nämlich auch bald für ein paar Tage nach Wien.

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