Punk is all around me

Jetzt bin ich ja kein Punk-Experte. Aber so war er. Der Punk. Ein Haufen profil-neurotische asoziale Vollidioten hocken besoffen in einer Fernseh-Show und fluchen. Wunderbar. Damals. Heute läuft sowas in den Privaten ja andauernd. Nur machen die asozialen Vollidioten da meistens keine Musik, außer bei DSDS. Darum heute: Nichts Besonderes mehr.
Damals jedenfalls war dieser Auftritt nötig und sensationell toll. Fand ich.
Das Enttäuschende an den Sex Pistols war ja immer schon, dass sie eine kommerziell geplante Boyband waren. So wie Take That oder die Spice Girls. Wobei die Spice Girls ja eher Girls waren, so gender-mäßig gesehen. Aber in den Achtzigern war das alles noch Science Fiction. Und ich hatte das Gefühl, dass alle Sex-Pistols-Lieder extra für meine kleine Revolution im Kinderzimmer (=Adoleszenz) geschrieben worden waren. Kurz bevor ich mit meinen Eltern eine Lebensversicherung unterschrieb, reinigte ich meine Seele mit „No Feelings“. Und nachher mit „Hollidays in the Sun“. Ich kam mir so hart vor. So hart.
Naja. Ein Punker bin ich trotzdem nicht geworden. War mir irgendwie zu unsicher. Ich erkälte mich doch so leicht. Da ist das Rumgammeln auf winterkalten Straßen irgendwie kontraproduktiv. Und nur von „Hast du mal’n Euro!“ zu leben? Nö. Dann lieber Beamter. Geld macht nicht glücklich, aber es erweitert die Möglichkeiten. Punk hin oder her.
Aber der Punk ist immer noch da. So ist das nicht. Da zum Beispiel.

Es geht um die Weinflasche mit den Sonnenblumen drin. Die stammt von hier (auf das Bild klicken, es ist ein Link):
. Raw Power Wine
Das ist Wein aus Australien. Ich habe ihn in den USA gekauft. Hat mich angesprochen. Der Sänger einer bei uns gänzlich unbekannten australischen Punkband macht jetzt Wein. Das ist authentisch. Punk hat ja irgendwie auch immer was mit Saufen zu tun gehabt. Wie man in dem Bill-Grundy-Interview ja sieht. Insofern. Und der Wein war auch ganz gut. Kann man nichts sagen. Wir hatten fast kein Kopfweh hinterher.
Und die passende Musik haben wir beim Trinken auch gehört.

Ich bin immer noch kein Punker. Aber Abends beim gemütlichen Fernsehen einen Punkwein und nachher beim Spülen „Too Drunk To Fuck“ anhören, das ist auch schön. Echt.

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Über Ens Oeser

Ens Oeser ist zusammen mit Laus Itzigmann und Ennis Eineck die Band ACH. Das allen Äußerungen der Band zugrunde liegende Konzept ist "Hobbypop".
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